Eine Kooperation mit einer Schule oder Jugendgruppe ist für einen Brauchtumsverein mehr als ein Termin zur Mitgliederwerbung. Sie kann ein gemeinsamer Lern- und Erfahrungsraum sein: Vereinsmitglieder vermitteln Wissen, Fertigkeiten und regionale Zusammenhänge. Kinder und Jugendliche bringen Fragen, eigene Ideen und andere Formen der Beteiligung ein. So wird Brauchtum nicht nur vorgeführt, sondern praktisch erprobt, eingeordnet und weitergedacht.
Das passt zum Verständnis des Immateriellen Kulturerbes. Es bleibt lebendig, wenn Trägergemeinschaften ihre Kenntnisse und ihr Können praktizieren, pflegen, von Generation zu Generation weitergeben und weiterentwickeln. Die Deutsche UNESCO-Kommission verweist dabei auch auf die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Akteure wie Vereine und Verbände.
Für brauchtumsvereine.org ist deshalb ein nüchterner Blick wichtig: Eine Schulkooperation ist weder ein Selbstläufer noch eine bloße Bühne für den Verein. Sie braucht ein nachvollziehbares Bildungsziel, einen zur Gruppe passenden Ablauf und klare Absprachen. Erst dann kann aus einem Einzeltermin eine verlässliche Form der Weitergabe werden.
Welche Rolle Schulen und Jugendgruppen übernehmen können
Schulen bieten einen verbindlichen organisatorischen und pädagogischen Rahmen. Je nach Schulform und Projekt können Unterricht, Projekttage, Arbeitsgemeinschaften oder Ganztagsangebote Anknüpfungspunkte sein. Jugendhäuser, Jugendverbände und andere Jugendgruppen arbeiten häufig freiwilliger und projektbezogener. Welche Form passt, hängt von der jeweiligen Gruppe und ihren Regeln ab.
Der Verein bleibt für seine Inhalte, seine Ansprechpersonen und seine praktische Vorbereitung verantwortlich. Schule oder Jugendgruppe ersetzen diese Verantwortung nicht. Umgekehrt muss ein Verein keine Lehrkraft oder pädagogische Fachkraft ersetzen: Seine besondere Stärke liegt im Erfahrungswissen, in regionalen Bezügen und in der konkreten Praxis.
Ein Brauchtumsverein kann insbesondere Folgendes einbringen:
- Erfahrungswissen: Wie werden eine Handarbeit, ein Lied, ein Tanz, ein Werkzeug oder ein wiederkehrender Ablauf praktisch ausgeführt?
- Regionale Einordnung: Welche Quellen, Erinnerungen, Orte und Personen stehen mit einer Praxis in Verbindung? Was ist überliefert, was später ergänzt oder rekonstruiert?
- Praktische Lerngelegenheiten: Jugendliche können gestalten, musizieren, dokumentieren, recherchieren, organisieren oder präsentieren.
- Begegnungen zwischen Generationen: Erfahrene Vereinsmitglieder und junge Menschen kommen ins Gespräch und arbeiten an einer gemeinsamen Aufgabe.
Das UNESCO-Rahmenwerk für Kulturelle Bildung empfiehlt, Trägerinnen und Träger des Immateriellen Kulturerbes sowie lokale Vermittlerinnen und Vermittler in formale, non-formale und informelle Bildungsprozesse einzubeziehen. Es nennt unter anderem generationenübergreifenden Dialog, Peer-to-Peer-Lernen und gemeinschaftliches Engagement. Daraus folgt keine einheitliche Vorgabe für einzelne Schulen, aber eine fachlich tragfähige Orientierung für Kooperationen.
Das passende Kooperationsformat auswählen
Ein passendes Format richtet sich nicht allein danach, was der Verein bisher angeboten hat. Ausgangspunkt sind Alter und Gruppengröße, verfügbare Zeit, Ort, Material, Sicherheitsfragen und das gemeinsame Ziel. Ebenso wichtig ist die Frage, an welcher Stelle Jugendliche selbst entscheiden oder gestalten können.
Workshop oder Werkstatttermin
Ein Workshop eignet sich für ein klar begrenztes Thema. Das kann ein einfacher Arbeitsschritt aus einer regionalen Handwerkspraxis sein, ein Tanzschritt, ein Lied, der sachgerechte Umgang mit einem Gegenstand oder die Gestaltung eines kleinen Ausstellungsobjekts.
Ein übersichtlicher Ablauf hilft besonders Gruppen ohne Vorerfahrung:
- Kurze Einführung in die Praxis und ihren regionalen Zusammenhang.
- Vormachen eines überschaubaren Arbeitsschritts.
- Eigenständiges Ausprobieren, möglichst in kleinen Gruppen.
- Gemeinsame Auswertung und Präsentation der Ergebnisse.
Der praktische Teil sollte ausreichend Raum erhalten. Bei Tätigkeiten mit Material, Werkzeugen oder Bewegung ist vorab zu klären, welche Stationen, Regeln und Betreuungsformen erforderlich sind.
Vereinsbesuch und außerschulischer Lernort
Ein Besuch im Vereinsheim, in einer Werkstatt, in einem Archiv oder an einem traditionellen Veranstaltungsort kann zeigen, dass kulturelle Praxis an konkrete Menschen, Orte und Gegenstände gebunden ist. Vorher sollte der Verein prüfen, ob Räume und Wege für die Gruppe geeignet sind und wie mit Werkzeugen, historischen Objekten oder empfindlichen Unterlagen umgegangen wird.
Eine Führung wird greifbarer, wenn Jugendliche nicht nur zuhören. Möglich sind vorbereitete Fragen oder kleine Rechercheaufträge: Was ist auf einem Foto zu erkennen? Welche Materialien wurden verwendet? Was hat sich bei einem Festablauf verändert? Welche Perspektiven oder Stimmen fehlen möglicherweise in der Überlieferung?
Projekttag oder Projektwoche
Ein Projekttag schafft Raum für Recherche, praktische Erprobung und eine abschließende Präsentation. In einer Projektwoche lassen sich mehrere Perspektiven verbinden, etwa Quellenarbeit, Musik oder Tanz, Handwerk, Fotografie, Interviewführung, Veranstaltungsplanung und digitale Dokumentation.
Hilfreich ist ein sichtbares, aber realistisch erreichbares Ergebnis. Das kann eine kleine Ausstellung, ein Audiobeitrag, eine öffentliche Werkstatt oder eine von Jugendlichen moderierte Präsentation sein. Dabei sollte klar erkennbar bleiben, welche Inhalte überliefert sind, welche rekonstruiert wurden und welche Ideen die Gruppe neu entwickelt hat.
Patenschaften und Tandems
Bei einer Patenschaft begleitet ein erfahrenes Vereinsmitglied eine Jugendliche oder einen Jugendlichen über mehrere verabredete Termine. Das kann bei Musik, Tanz, Handwerk, Kostüm- oder Maskengestaltung, Archivarbeit oder Veranstaltungsorganisation sinnvoll sein.
Die Rollen sollten nicht auf eine einseitige Belehrung reduziert werden. Jugendliche können zum Beispiel Interviews vorbereiten, eine digitale Dokumentation gestalten oder Vorschläge für eine verständliche Präsentation entwickeln. Ein Tandem braucht ein begrenztes Ziel, feste Absprachen und erreichbare Ansprechpersonen auf Seiten des Vereins und des Kooperationspartners.
Regelmäßiges Angebot im Ganztag
Für ein Ganztagsangebot kommen wiederkehrende Einheiten infrage, etwa eine offene Werkstatt, eine Tanz- oder Musikgruppe, ein Rechercheprojekt zur Ortsgeschichte oder die Vorbereitung einer Präsentation. Der KMK-Empfehlung zur Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität der Ganztagsschule verweist auf Netzwerke im Sozialraum und Kooperationen mit außerschulischen Partnern, um zusätzliche Lern- und Erfahrungsräume zu erschließen.
Daraus ergibt sich jedoch kein bundesweit einheitliches Ganztagsmodell. Zuständigkeiten, Vertragsformen, Vergütung, Aufsicht, Genehmigungen und Versicherungsfragen können vom Land, Schulträger, der Schule und weiteren Trägern abhängen. Diese Punkte müssen vor Beginn mit der zuständigen Stelle geklärt werden.
In fünf Schritten zur tragfähigen Kooperation
1. Ein gemeinsames Ziel formulieren
Am Anfang steht ein kurzer Satz, den beide Seiten tragen können. Ein Beispiel lautet: „Die Gruppe lernt eine regionale Handwerkspraxis kennen, probiert ausgewählte Arbeitsschritte aus und dokumentiert, wie sich diese Praxis verändert hat.“
„Nachwuchs für den Verein gewinnen“ kann ein legitimes Vereinsinteresse sein. Als gemeinsames Bildungsziel genügt es aber nicht. Im Mittelpunkt sollten die Erfahrung, die Beteiligung und die sorgfältige Vermittlung stehen. Der Verein kann anschließend freiwillige Möglichkeiten zur weiteren Mitarbeit vorstellen.
2. Zielgruppe und Format festlegen
Alter, Gruppengröße und Vorerfahrung bestimmen den Ablauf. Jüngere Kinder brauchen in der Regel überschaubare, anschauliche und praktisch zugängliche Aufgaben. Ältere Jugendliche können zusätzlich Quellen einordnen, Interviews führen, eine Präsentation planen oder eigene Dokumentationsformen entwickeln.
Zu klären sind auch Teilnahmeform, Ort und Zeitrahmen: Ist die Teilnahme verpflichtend oder freiwillig? Findet das Angebot in der Schule, im Jugendtreff oder im Vereinsheim statt? Wie viele Termine können beide Seiten zuverlässig leisten? Ein klar abgegrenzter erster Durchlauf ist oft leichter auszuwerten als ein sehr großes Vorhaben.
3. Zuständigkeiten schriftlich vereinbaren
Die KMK-Empfehlung zur kulturellen Kinder- und Jugendbildung nennt gemeinsame Ziel- und Kooperationsvereinbarungen zwischen Schulen, Trägern außerschulischer Kinder- und Jugendbildung und Kultureinrichtungen. Auch ein ehrenamtlicher Verein sollte die wesentlichen Punkte schriftlich festhalten.
- Ziel, Inhalte und geplanter Ablauf
- Termine, Dauer sowie Umgang mit Änderungen oder Ausfällen
- Räume, Material, Kosten und gegebenenfalls Transport
- Verantwortliche und erreichbare Ansprechpersonen auf beiden Seiten
- Aufsicht, Übergaben und Anwesenheit
- Umgang mit Kontaktdaten, Fotos, Videos und Veröffentlichungen
- Notfallkontakte sowie Vorgehen bei Unfällen oder Problemen
- Unterstützungsbedarfe, Zugänglichkeit und alternative Aufgaben
- Auswertung und Kommunikation der Ergebnisse
Die konkrete rechtliche Ausgestaltung ist nicht bundesweit einheitlich. Eine Vereinbarung ersetzt daher keine erforderliche Genehmigung durch Schule, Schulträger oder weitere zuständige Stellen.
4. Schutz und Verantwortlichkeit klären
Bei Angeboten mit Minderjährigen sollten Kinderschutz, Aufsicht, Datenschutz und persönliche Grenzen von Beginn an mitgedacht werden. Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt verweist auf die Bedeutung von Kinderschutzkonzepten im Verein.
Für die konkrete Kooperation sollten Verein und Schule oder Jugendgruppe insbesondere klären, wer die Gruppe begleitet, wie Übergaben organisiert werden, welche Kommunikationswege zulässig sind und an wen sich Kinder, Jugendliche oder Eltern bei Fragen wenden können. Ob Führungszeugnisse oder weitere Nachweise erforderlich sind, ist mit der zuständigen Schule, dem Jugendhilfeträger oder der Trägerorganisation zu besprechen.
5. Auswerten und weiterführen
Nach dem Projekt sollten beide Seiten gemeinsam prüfen: Was hat gut funktioniert? Waren Zeitplanung, Erklärungen und Material passend? Welche Aufgaben haben Jugendliche tatsächlich übernommen? Was sollte beim nächsten Termin verändert werden?
Eine kurze Befragung, ein Gruppengespräch oder eine gemeinsame Nachbesprechung kann dafür genügen. Jugendliche sollten an der Auswertung beteiligt sein und mitentscheiden können, ob und wie Ergebnisse gezeigt werden. So wird die Kooperation nicht nur abgeschlossen, sondern für den nächsten Durchlauf nutzbar gemacht.
Jugendliche zu Beteiligten machen

Jugendliche sollten nicht ausschließlich vorgegebene Handgriffe ausführen. Beteiligung beginnt mit echten, nachvollziehbaren Wahlmöglichkeiten. Die Gruppe kann etwa ein Thema auswählen, den Titel einer Ausstellung bestimmen, Fragen für Interviews entwickeln oder entscheiden, in welcher Form sie Ergebnisse dokumentiert.
Geeignete Aufgaben können sein:
- Interviews mit Vereinsmitgliedern vorbereiten und führen
- alte Fotos, Plakate oder Gegenstände beschriften und einordnen
- einen Ablaufplan für einen Projekttag mitentwickeln
- Materiallisten oder Stationskarten gestalten
- eine Audioführung, einen Kurzfilm oder eine digitale Dokumentation produzieren
- eine Präsentation moderieren
- bei einer Veranstaltung Aufgaben im Empfang, in der Technik oder bei einer Besucherbefragung übernehmen
Diese Aufgaben müssen altersgerecht, freiwillig und begleitet sein. Verantwortung bedeutet nicht, junge Menschen mit Organisation oder Öffentlichkeit allein zu lassen. Sie brauchen klare Befugnisse, erreichbare Ansprechpersonen und Rückmeldung zu ihrer Arbeit.
Auch zeitlich begrenzte Mitarbeit kann wertvoll sein. Die DSEE-Studie zu neuen Engagementformen junger Menschen verweist auf flexible, digitale und projektbezogene Formen des Engagements. Vereine können deshalb neben einer dauerhaften Mitgliedschaft auch klar umrissene Projektrollen anbieten, etwa für Dokumentation, Gestaltung oder die Mitarbeit bei einer Veranstaltung.
Tradition erklären, ohne sie zu verklären
Eine Kooperation bietet die Chance, die eigene Praxis ehrlich einzuordnen. Nicht jede heutige Vereinsform ist sehr alt, und nicht jede Überlieferung war in allen Orten gleich. Bräuche verändern sich durch neue Materialien, andere Arbeitswelten, gesellschaftliche Debatten und veränderte Beteiligungsmöglichkeiten.
Vermittelt werden sollte deshalb:
- welche Quellen Aussagen über Herkunft und Entwicklung stützen,
- welche Teile mündlich überliefert oder später rekonstruiert wurden,
- wer eine Praxis getragen hat und welche Perspektiven möglicherweise fehlen,
- welche Veränderungen der Verein selbst vorgenommen hat,
- welche heutigen Regeln für Sicherheit, Gleichbehandlung und Schutz gelten.
Das entspricht dem Verständnis der UNESCO von Immateriellem Kulturerbe als lebendiger, weitergegebener und weiterentwickelter Kultur. Der Verein sollte nicht den Eindruck erwecken, es gebe nur eine unveränderliche und allein gültige Version eines Brauchs. Sachlicher ist etwa: „Wir zeigen, wie diese Praxis in unserer Region überliefert, heute ausgeübt und von jungen Menschen weitergedacht wird.“
Typische Fehler und bessere Lösungen
Die Kooperation wird zur Werbeveranstaltung
Problem: Jugendliche hören lange Vereinsvorträge und erhalten am Ende vor allem Informationen zum Beitritt.
Besser: Ein konkretes Lernziel, eigene Tätigkeit und eine freiwillige Einladung zu weiteren Angeboten. Der Verein darf seine Arbeit vorstellen, sollte den Bildungswert aber nicht dem Werbezweck unterordnen.
Das Programm ist zu umfangreich
Problem: Geschichte, Handwerk, Musik, Kostüm und Vereinsorganisation sollen in kurzer Zeit vollständig vermittelt werden.
Besser: Ein Thema mit erkennbarem roten Faden auswählen. Weitere Aspekte können in einer späteren Einheit aufgegriffen werden.
Jugendliche dürfen nur nachmachen
Problem: Es bleibt kein Raum für Fragen, eigene Gestaltung oder kritische Perspektiven.
Besser: Überlieferte Grundlagen erklären und anschließend Varianten, eigene Entwürfe oder neue Präsentationsformen zulassen. So bleibt die Herkunft sichtbar, ohne junge Menschen auf reine Ausführung zu reduzieren.
Verantwortlichkeiten sind ungeklärt
Problem: Es ist nicht vereinbart, wer bei Verspätungen, Verletzungen, Bildaufnahmen oder Abholsituationen zuständig ist.
Besser: Vor dem ersten Termin Zuständigkeiten, Kommunikationswege und das Vorgehen in besonderen Situationen schriftlich festhalten.
Das Angebot setzt zu viel Vorwissen voraus
Problem: Fachbegriffe, historische Annahmen oder komplizierte Arbeitsschritte schließen einen Teil der Gruppe aus.
Besser: Begriffe erklären, Material vorbereiten, Aufgaben mit unterschiedlichen Zugängen anbieten und Ergebnisse nicht allein nach handwerklicher Perfektion bewerten.
Checkliste für den ersten Termin
- Ist das gemeinsame Ziel in einem Satz formuliert?
- Passt das Format zu Alter, Gruppengröße, Zeit und Ort?
- Sind Inhalte, Quellen und regionale Bezüge vorbereitet?
- Sind verantwortliche Ansprechpersonen auf beiden Seiten benannt?
- Sind Räume, Material, Kosten, Aufsicht und Übergaben geklärt?
- Gibt es eine Regelung zu Datenschutz sowie Foto- und Videoaufnahmen?
- Sind Notfallkontakte und das Vorgehen bei Problemen bekannt?
- Sind Unterstützungsbedarfe und alternative Aufgaben berücksichtigt?
- Übernehmen Jugendliche eigene, realistische Aufgaben?
- Ist eine kurze Auswertung mit allen Beteiligten eingeplant?
FAQ zur Kooperation mit Schulen und Jugendgruppen
Muss ein Verein ein vollständiges Unterrichtskonzept vorlegen?
Das lässt sich nicht einheitlich beantworten. Für einen einzelnen Projekttag kann eine übersichtliche Beschreibung von Ziel, Ablauf, Material und Zuständigkeiten hilfreich sein. Welche Unterlagen, Genehmigungen oder Verträge erforderlich sind, klärt die Schule beziehungsweise der Schulträger nach den geltenden Regelungen.
Kann der Verein ein Angebot im Ganztag abrechnen?
Das ist nicht bundesweit einheitlich zu beantworten. Vertragsform, Vergütung, Förderung und Versicherung können von Land, Kommune, Schule und Träger abhängen. Diese Fragen sollten vor Beginn mit der zuständigen Schule oder dem Schulträger geklärt werden.
Wie spricht der Verein Jugendliche ohne bisherigen Bezug zum Brauchtum an?
Hilfreich sind ein offener Einstieg und eine konkrete Tätigkeit statt einer allgemeinen Beitrittsaufforderung. Ein Gegenstand zum Erkunden, eine praktische Aufgabe oder ein sichtbares Ergebnis können Gespräch und Beteiligung erleichtern. Entscheidend ist, dass die Gruppe Fragen stellen und eigene Perspektiven einbringen kann.
Ist ein Social-Media-Projekt mit Jugendlichen sinnvoll?
Es kann sinnvoll sein, wenn Ziel, Rollen und Freigaben vorab geklärt sind. Jugendliche können Interviews, Objektfotos, kurze Erklärvideos oder eine digitale Ausstellung entwickeln. Personenbezogene Daten, Bildrechte, Veröffentlichungsorte und Moderation müssen mit Schule, Eltern beziehungsweise Sorgeberechtigten und Verein abgestimmt werden.
Was tun, wenn im Verein niemand pädagogische Erfahrung hat?
Beginnen Sie mit einem kleinen, klaren Format und beziehen Sie die Lehrkraft oder pädagogische Fachkraft früh ein. Vereinsmitglieder müssen keine Lehrkräfte ersetzen. Sie bringen Erfahrungswissen und praktische Kenntnisse ein; Gruppenführung, Schutz und schulische Abläufe sollten mit dem Kooperationspartner abgestimmt werden.
Quellen & weiterführende Informationen
- Deutsche UNESCO-Kommission: Immaterielles Kulturerbe in Deutschland – Grundlagen zu Trägergemeinschaften, Weitergabe und Rolle der Zivilgesellschaft.
- UNESCO-Rahmenwerk Kulturelle Bildung – Empfehlungen zu kultureller Bildung, generationenübergreifendem Lernen und Peer-to-Peer-Formaten.
- Deutsche UNESCO-Kommission: Kulturelle Bildung – Einordnung kultureller Vermittlung und außerschulischer Lernorte.
- Kultusministerkonferenz: Kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche – Bedeutung vernetzter Bildungs-, Kultur- und Jugendpolitik.
- Kultusministerkonferenz: Empfehlung zur pädagogischen Qualität der Ganztagsschule – Kooperationen mit außerschulischen Partnern und Lernorte im Sozialraum.
- Kultusministerkonferenz: Empfehlung zur kulturellen Kinder- und Jugendbildung – Hinweise zu Ziel- und Kooperationsvereinbarungen.
- Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt: Kinder und Jugendliche im Verein – Impulse zu Beteiligung, Ansprache und Kinderschutz.
- Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt: Neue Formen des Engagements junger Menschen – Hinweise zu projektbezogenen, digitalen und flexiblen Engagementformen.
